Ein italienischer Spazierstock besteht aus vier gefügten Teilen: dem Griff (impugnatura oder pomolo), der Zwinge (ghiera), dem Schaft (fusto oder canna) und dem Endbeschlag (puntale). Eine zentrale nationale Manufaktur bestand nicht. Die Bestimmung folgt diesen Fugen und den Gewerben, die sie belieferten.

Neapel und Torre del Greco schnitten Mittelmeerkoralle, furnierten Schildpatt und fassten beides in Gold oder vergoldetem Silber. Florenz lieferte Commesso-Griffe und, spät im neunzehnten Jahrhundert, ganze Schäfte aus Hartstein. Rom setzte Plaketten in mosaico minuto in zylindrische Griffe für Besucher der Grand Tour. Ein als „italienisch“ gekaufter Stock kann einen kampanischen Griff, einen als canna d'India verschifften Malakkaschaft und einen späteren englischen Endbeschlag vereinen. Die Fugen datieren das Objekt, das Verkaufsetikett nicht.

Museumsstücke, die in Neapel verwahrt werden, verzeichnen die gewöhnliche Länge und den gewöhnlichen Verlust. Ein bastone da passeggio in der Certosa e Museo Nazionale di San Martino (ICCD NCTN 00311573, Inv. 23341, inventarisiert 1953) misst 91,5 cm und hat keinen Endbeschlag. Die Katalogbearbeiter datierten ihn mit Vorbehalt aus stilistischen Gründen auf 1785 und nannten vergoldetes Messing, indisches Rohr und modelliertes bemaltes Porzellan. Das Porzellan wiesen sie Chantilly zu, nicht einem neapolitanischen Brennofen. Der Stock belegt eine Neapler Sammlung, eine importierte Montierung auf canna d'India und ein fehlendes puntale als zu erwartenden Verschleiß.

Schaft, Griff, Zwinge und Endbeschlag

Die Griffe wiederholen wenige Formen. Ein Knauf oder ein facettierter pomolo sitzt in der Achse des Schafts. Ein L- oder T-Griff (das tau) liegt quer in der Handfläche. Figurale Köpfe, Opernstöcke, die hoch vor der Brust getragen werden, und Schirmgriffe kommen aus denselben Goldschmiede- und Korallenwerkstätten, auch wenn der Schaft später ist oder fehlt.

Schäfte im italienischen Handel waren oft tropisch. Malakka und andere Rattane stehen in italienischen Inventaren als canna d'India. Ebenholz, Kokosholz und Obstholz kommen an signierten neapolitanischen Stöcken vor. Schildpattfurnier über einem Holzkern ist eine Spezialität Neapels im späteren neunzehnten Jahrhundert, parallel zu Paris und nicht zu Florenz. Ein Schaft aus schwarzem Marmor mit Lapislazuliringen ist eine florentinische Ausnahme, kein Typus.

Die Zwinge ist der Angelpunkt der Datierung. Sie deckt den Zapfen oder die Schraube, die den Griff am Schaft hält, und an ihr überdauert am ehesten eine Goldschmiedepunze, ein städtisches Beschauzeichen oder eine 800er-Feinheitsmarke. Nach dem italienischen Beschaugesetz vom 2. Mai 1872, Nr. 806, sollen Silberfassungen eine Garantiepunze tragen; nach dem Gesetz vom 5. Februar 1934, Nr. 305, bezeichnet eine nummerierte Raute den Hersteller. Viele frühere Zwingen sind Gold oder vergoldetes Messing ohne Punze. Eine spätere Zwinge an einem älteren Griff ist die häufigste Manipulation im Handel.

Die belegten Längen liegen knapp unter einem Meter. Der Stock aus San Martino misst 91,5 cm. Der unten behandelte Sirenenstock des Duca di Martina misst 87,8 cm. Ein Kokosholzstock mit dem Stempel G.BUONGIOVANNI, am 14. Januar 2004 bei Christie's South Kensington verkauft, misst 94 cm. Der signierte Hartsteinstock Giovanni Montelaticis von 1890 misst 87,6 cm. Der Korallen-Neptun von Vincenzo Miranda, ein Reisestock, den Bonhams als Neapel, um 1905, katalogisiert, misst 88,9 cm und zerlegt sich in drei bemalte Abschnitte aus Obstholz, gefügt durch zwei vergoldete Silberzwingen. Ein Stock deutlich unter etwa 85 cm, oder einer, dessen Endbeschlag über einer frisch geschnittenen Spitze vorsteht, verlangt ein Argument aus der Konstruktion, bevor man ihn einer Stadt zuschreibt.

Neapel: Koralle, Gold und der Stockhandel

Giovanni Buongiovanni eröffnete 1860 den Laden Al Giapponese. Die Firmengeschichte setzt den Verkauf in die Via Chiaia 76/77 und die Via Roma 198, die Werkstatt in die Via Sergente Maggiore, und nennt Regenschirme, Sonnenschirme, Spazierstöcke und Fächer als Erzeugnis. Stockhandel und Fächerhandel teilten Griffe, Zwingen und tropische Schäfte. Christie's verzeichnete ein aufgesetztes Herstellersiegel mit dem Stempel G.BUONGIOVANNI an einem Kokosholzstock des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, dessen Griff eine liegende Frau zeigt. Der Stempel datiert einen Neapler Händler. Er beweist für sich nicht, dass der figurale Griff in denselben Räumen geschnitten wurde, in denen man den Schaft zusammensetzte.

Koralle und Schildpatt waren die teuren Materialien Neapels. Eine königliche Schule für die Korallenbearbeitung wurde in Torre del Greco durch Dekret vom 23. Juni 1878 eingerichtet. Ab 1887, als Regia Scuola d'Incisione sul Corallo e di Arti Decorative e Industriali, weitete sich der Unterricht auf Kameenmuscheln, Schildpatt, Elfenbein, Perlmutt, Lavagestein und Hartsteine: die Griffmaterialien des späten Stockhandels. Das Museo del Corallo der Schule, im ehemaligen Karmeliterkloster, öffnete am 3. April 1933. Die ICCD-Karten dort verzeichnen abgenommene Griffe. So überdauern heute viele „italienische Stöcke“.

Ein Griff (NCTN 00815103) wird Domenico Porzio zugeschrieben, geboren in Torre del Greco am 12. Juli 1853, gestorben 1927, und auf 1900–1920 datiert: Holz mit agemina (Tauschierung) und Vergoldung, 24 × 10 cm. Ein anderer (NCTN 00815552), datiert 1900–1930 und der Schule des Renato Ferracciù (Brescia 1888–Capri 1951) zugewiesen, ist ein Griff von 25,5 × 4 cm aus gedrehtem Kalkalabaster mit Einlagen aus Elfenbein und roter Koralle. Beide sind Griffe ohne Schaft. Wer einen „Porzio-Stock“ oder einen „Ferracciù-Stock“ kauft, kauft in der Regel einen späteren fusto, sofern Zwinge und Schaft sich nicht als original erweisen lassen.

Goldschmiede in Neapel montierten diese Griffe. Bonhams verkaufte aus der Sammlung Eddi Van Auken einen Reisestock, katalogisiert als Koralle aus Torre del Greco und vergoldetes 800er Silber, gemarkt für V. Miranda, Neapel, um 1905. Der geschnitzte Korallengriff ist ein brüllender, gehörnter Neptun, 11,4 cm hoch; der Schaft ist bemaltes Obstholz in drei Abschnitten; der Endbeschlag ist vergoldetes Silber; Gesamtlänge 88,9 cm; Zuschlag einschließlich Aufgeld 5.376 US-Dollar. Die Punze an der unteren Zwinge ist ein Hersteller- oder Händlername, keine spätere nummerierte Raute. Vincenzo Miranda, Via Roma 306, steht unter den neapolitanischen Silberschmieden, die nach dem Gesetz von 1934 eingetragen wurden. Der Stock kann daher eine Punze desselben Ladens aus der Zeit vor dem Register tragen, oder die Datierung der Auktion kann etwas zu früh liegen. In beiden Fällen ist die Konstruktion neapolitanisch: ein Korallenkopf, eine vergoldete 800er-Zwinge und ein Schaft, der sich für die Reise abschrauben lässt.

Ein verwandtes Stück, am 6. Oktober 2010 bei Bonhams Knightsbridge verkauft (Los 236, 600 £ einschließlich Aufgeld), ist ein Schirmgriff des späten neunzehnten oder frühen zwanzigsten Jahrhunderts aus Gold, Koralle und Schildpatt, aus dem Handel von Michele Piscione, Neapel. Das tau aus Koralle ist mit einem Frosch zwischen Eiche und Eicheln geschnitzt; die Goldfassung sitzt auf Schildpatt; Länge im Etui 26,5 cm. Es ist kein Spazierstock. Es zeigt dieselben Materialien und dieselbe Handelspraxis: ein namentlich genannter Neapler Goldschmied verkauft einen Griff aus Koralle und Schildpatt, der sich an einen Stock, einen Sonnenschirm oder einen späteren Schaft setzen ließ.

Neapolitanische Silberpunzen an einer Zwinge liest man wie an einer Kaffeekanne. NAP und die verwandten Stadtpunzen gehören zum älteren Punzsystem. Eine 800er-Marke ohne Raute entspricht dem Gesetz von 1872. Eine nummerierte Raute mit NA liegt nach 1934. Zwingen aus unedlem Metall, mit einem Ladennamen gestempelt, wie am Stock Buongiovannis, sind Handelsmarken, keine Beschauzeichen.

Piqué auf Schildpatt (Gold eingelegt und durch Hitze verschmolzen, ohne Leim) ist an Stücken aus Torre del Greco in demselben Museum belegt. Koralle und Schildpatt sind im heutigen Handel beschränkt. Diese Rechtslage beweist die Echtheit eines Griffs nicht. Zelluloid, Bakelit und gefärbter Knochen bleiben die üblichen Ersatzstoffe.

Placido de Sangro, Duca di Martina (geboren 1829 in Neapel), baute in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts eine Kunstgewerbesammlung auf. Die Erben schenkten sie 1911 der Stadt. Das Museo Duca di Martina hat die Villa Floridiana seit 1931 inne. ICCD NCTN 00295990 verzeichnet in Sala 6, „vetrina bastoni“, einen Sirenenstock, Inv. 1622 (1930): Gold, Eisen, Holz und geschnitzter Jaspis, 87,8 × 10,5 cm, datiert 1740–1760 und nach der Literatur einer deutschen Werkstatt zugeschrieben. Die Vitrine belegt, dass man in Neapel Stöcke als europäischen Luxus sammelte. Sie macht nicht jeden Stock in diesem Schrank zu einem neapolitanischen Stück.

Florenz: Commesso-Griffe und signierte Hartsteinschäfte

Florentinisches commesso in Pietre dure ist ein aus geschnittenem Hartstein gefügtes Bild, kein Mosaik aus Tesserae. Die großherzogliche Galleria dei Lavori, 1588 gegründet und später das Opificio delle Pietre Dure, bildet den institutionellen Rahmen. Stockgriffe sind eine späte, tragbare Nutzung derselben Schneidbank.

Giovanni Montelatici (1864–1930) ist der signierte Name, den man an einem Stock prüfen kann. Bonhams verkaufte am 8. Dezember 2025 einen Stock aus schwarzem Marmor, Achat und Lapislazuli, über dem Endbeschlag beschriftet mit G. MONTELATICI FECIT / FLORENTIA AD 1890. Der facettierte Griff trägt eine heraldische Lilie, einen Falknerhandschuh und eine Falkenhaube sowie eine Sanduhr; am Abschluss sitzt ein Falkenkopf. Gesamthöhe 87,6 cm; Griff 7 cm; Durchmesser 3,8 cm; zwei Lapislazuliringe am Marmorschaft; metallener Endbeschlag; verkauft für 3.200 US-Dollar einschließlich Aufgeld. Die Provenienz führte über Il Segno del Tempo in Mailand und gelangte 2013 in die Sammlung Van Auken. Die Inschrift ist eine Herstellersignatur am Stück, mit Datum und Ortsangabe. Das ist seltener als ein Ladenstempel an der Zwinge.

Der Stock von 1890 liegt zeitlich vor Montelaticis späterem Geschäft. 1898 tat er sich mit Galileo Chini (1873–1956) zusammen. Gemeinsam stellten sie 1900 auf der Pariser Exposition Universelle aus. Nach diesem Erfolg gründete Montelatici La Musiva in der Via Arnolfo, mit Chini als künstlerischem Leiter; später traten die Söhne Mario und Alfonso ein. Ein auf 1890 datierter Stock kann kein Erzeugnis der Musiva sein. Er kann ein frühes signiertes Werk desselben Steinschneiders sein. Unsignierte florale Knäufe in commesso auf Kristall oder Silber, oft nur als „florentinisch, neunzehntes Jahrhundert“ katalogisiert, tragen die Zuschreibung durch den Steinschnitt, nicht durch einen berühmten Namen. Die veröffentlichten Kriterien der florentinischen Pietra dura — gesägte silikatische Stücke, ohne Fugenlinie gefügt, Träger aus Schiefer oder Marmor, natürliche Steinfarbe als Modellierung — gelten für einen Griff wie für eine Tafel.

Hartsteinschäfte sind schwer und spröde. Ein fusto aus Marmor mit zwei Zierringen und einem metallenen Endbeschlag, wie am Stock von 1890, ist ein Luxusobjekt, kein Alltagsstock. Was Florenz dem Handel zumeist beisteuert, sind Griffe: eine Commesso-Scheibe oder ein geschnitzter Hartsteinknauf in einer Gold- oder Silberzwinge, auf einem Schaft aus Holz oder Malakka. Dass Legierung der Zwinge, Holz des Schafts und Stein des Griffs nicht zusammengehören, kommt häufiger vor als ein vollständig signiertes Ensemble.

Rom: Mikromosaikgriffe für die Grand Tour

Giacomo Raffaelli wurde am 2. Februar 1753 in Rom geboren und starb dort am 11. Oktober 1836. In den letzten drei Jahrzehnten des achtzehnten Jahrhunderts verkaufte sein Atelier am San Sebastianello, an der Ecke der Piazza di Spagna, Tafeln, Tische und Schmuck in mosaico minuto an ausländische Besucher. Um 1775 entwickelten er und Cesare Aguatti (mitunter Agnatti geschrieben) das Mikromosaik aus gesponnenem Email gezogener Glasstäbe, eine Technik, die das Studio del Mosaico Vaticano — 1727 unter Benedikt XIII. als ständige Werkstatt eingerichtet — später an kleinen Objekten anwandte. 1804 gründete Raffaelli für die napoleonische Regierung eine Mosaikschule in Mailand und blieb bis 1820. Nach der Rückkehr arbeitete er mit dem Sohn Vincenzo in der Via del Babuino.

Ein zylindrischer Spazierstockgriff, seiner Werkstatt zugeschrieben, wurde von Colasanti in Rom angeboten (ANCA, 20. November 2024): spätes achtzehntes Jahrhundert, 8 × 3,8 cm, naturalistischer Grund und eine kreisrunde Plakette, in Gelbgold umrissen, mit einem Stieglitz auf einem Zweig, im Etui. Der Katalog zitiert Anna Maria Massinelli, Giacomo Raffaelli, maestro di stile e di mosaico (Aska, 2018), S. 227. Schätzung 4.000–6.000 EUR. Das Objekt ist ein Griff, kein vollständiger Stock. Die Stieglitzplakette ist das entscheidende Bildfeld; der Goldrand und die winzigen Tesserae scheiden einen zeittypischen römischen Griff von einer späteren Touristenscheibe, die auf einen neuen Schaft geklebt wurde.

Römische Mikromosaiken an Stöcken folgen denselben Regeln wie an Schnupftabakdosen. Gesponnene Tesserae, dunkler Mastix und eine Zarge aus Gold oder vergoldetem Metall passen ins späte achtzehnte und frühe neunzehnte Jahrhundert. Große, gleichmäßige Plättchen, ein heller moderner Fugenmörtel und eine Ansicht von Sankt Peter, eher gedruckt als gesetzt, weisen auf spätere Arbeit. Ein Griff ohne seinen Schaft ist als Griff zu katalogisieren.

Spätere Schäfte und häufige Irrtümer

Der Markt ist voll zusammengesetzter Stöcke. Ein zeittypischer Griff aus Koralle oder Mikromosaik auf einem Malakkaschaft des zwanzigsten Jahrhunderts, mit neuem Endbeschlag aus Messing, ist der gewöhnliche Fall, nicht die Ausnahme. Der Reisestock Mirandas ist das brauchbare Gegenbeispiel: drei Schaftabschnitte, zwei zusammengehörige vergoldete Silberzwingen und ein Endbeschlag aus derselben Legierung. Ob Metall und Schraubgewinde zusammengehen, wiegt schwerer als eine nur behauptete Herkunft aus Neapel.

Kunststoffkoralle ist in der Farbe gleichmäßig, wird in der Hand warm und ist oft mit einer Naht geformt. Corallium rubrum zeigt Wachstumsschichten, Bohrlöcher vom Ast und einen leicht kreidigen Bruch. Gefärbter Knochen nimmt die Farbe in den Poren an. Ein „Korallen“-Griff ohne Grübchen und mit vollkommen kreisrundem Querschnitt ist verdächtig.

Unsignierte Mikromosaikscheiben in billigen vergoldeten Zwingen sind Souvenirarbeit vom späteren neunzehnten Jahrhundert an. Römisch können sie trotzdem sein. Objekte der Werkstatt Raffaellis sind sie nicht. Steht auf einem Stock das Händleretikett „Giacomo Raffaelli“, und die Plakette ist ein beliebiges Kolosseum ohne zitiertes Vergleichsstück, dann ist das eine Verkaufsbehauptung.

Florentinisches Commesso und römisches Mikromosaik sind zweierlei. Das eine ist geschnittener Hartstein, Kante an Kante gefügt. Das andere sind Glastesserae im Mastix. Kataloge, die einen Mikromosaikgriff als „Mosaikgriff, Florenz“ führen, vermischen die beiden Gewerbe.

Ladenstempel — G.BUONGIOVANNI, V.MIRANDA, ein etuierter Griff von Piscione — bezeichnen einen Händler oder Goldschmied. Den Schaft datieren sie nicht. Beschaupunzen datieren das Metall der Zwinge. Eine in den Stein geschnittene Signatur, wie am Stock Montelaticis von 1890, datiert die Hartsteinarbeit. Diese drei Klassen von Marken bleiben getrennt.

Zum Zustand reicht wenig. Ein fehlender Endbeschlag ist am Stock aus San Martino belegt und häufig. Ein ersetzter Endbeschlag ist hinnehmbar, wenn er genannt wird. Eine nachgeschnittene Spitze, die den Schaft um mehrere Zentimeter kürzt, verschiebt die Balance und ist zu messen. Haarrisse in der Koralle, abstehendes Schildpattfurnier und fehlende Tesserae im Mikromosaik sind Schäden am Bestand, keine „Patina“.

FAQ

Welche Länge hat ein antiker italienischer Spazierstock?

Die oben zitierten Museums- und Auktionsstücke reichen von 87,6 cm bis 94 cm. Ein vollständiger Stock deutlich unter 85 cm, oder einer, dessen Endbeschlag nicht zum Schaft gehört, verlangt eine eigene Erklärung.

Tragen Korallenstöcke aus Neapel Werkstattmarken?

Mitunter. Zwingen können mit 800 punziert sein, eine Stadt- oder Meisterpunze tragen oder einen Ladenstempel zeigen. Viele Korallengriffe sind unsigniert. Abgenommene Griffe im Museo del Corallo von Torre del Greco katalogisiert man nach Zuschreibung und Material, nicht nach einer Serienmarke.

Wie unterscheidet man am Griff florentinische Pietra dura und römisches Mikromosaik?

Pietra dura (commesso) ist gesägter Hartstein, ohne Fugenmörtel gefügt. Mikromosaik ist Glas-smalti, oft gesponnen und in Mastix gesetzt. Florenz signiert im Stein (Montelatici, 1890). Rom signiert, wenn überhaupt, in der Mikromosaiktradition Raffaellis und des Studio del Mosaico Vaticano, nicht auf einem Marmorschaft.

Kommen spätere Schäfte an zeittypischen Griffen häufig vor?

Ja. Die Griffe überdauerten die Schäfte. Der Sammler setzt den Preis am Griff an und prüft dann, ob Metall der Zwinge, Schraube und canna aus einem Arbeitsgang stammen. Reisestöcke mit zusammengehörigen Zwingen an den Teilstücken sind die Ausnahme, an der sich die Fuge belegen lässt.

Welche Materialien beschränken heute die Ausfuhr?

Mittelmeerkoralle und Schildpatt erscheinen an den besten neapolitanischen Stöcken und sind in vielen Staaten beschränkt. Dieser Status betrifft die Versendung. Ein Nachweis des Alters ist er nicht.